Grundlagen der Psychotherapie: Was sie ist und welche Formen es gibt
Viele Menschen kommen zu mir und wissen nicht genau, was sie in einer Therapie erwartet. Das ist ganz normal. Hier das Wichtigste in Kürze.
Von Dr. med. Georg Hünig · aktualisiert am
Was genau ist Psychotherapie?
Psychotherapie ist Behandlung durch Gespräch und Beziehung. Gemeinsam mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten schaust du dir an, was dich belastet, wie es entstanden ist und was sich verändern kann.
Das Entscheidende ist nicht eine bestimmte Technik. Das Entscheidende ist eine Beziehung, in der du dich verstanden fühlst. In der Forschung ist das einer der stärksten Wirkfaktoren überhaupt.
Wann sollte man über eine Psychotherapie nachdenken?
Wenn seelische Beschwerden über Wochen anhalten und deinen Alltag beeinträchtigen. Wenn du dich im Kreis drehst und allein nicht mehr herausfindest. Oder wenn Menschen, die dich gut kennen, sich Sorgen um dich machen.
Man muss nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Im Gegenteil.
Welche Arten von Psychotherapie gibt es?
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen vier Verfahren: tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie, Verhaltenstherapie und systemische Therapie.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, in der ich selbst arbeite, schaut auf unbewusste Muster und darauf, wie frühere Erfahrungen heute nachwirken. Die analytische Psychotherapie geht noch tiefer und dauert länger. Die Verhaltenstherapie setzt stärker bei Gedanken und Verhalten im Hier und Jetzt an. Die systemische Therapie bezieht das Umfeld mit ein, etwa die Familie.
Daneben gibt es Verfahren wie die Gestalttherapie. Sie können wertvoll sein, werden aber von der gesetzlichen Kasse nicht bezahlt.
Welches Verfahren passt zu welchem Problem?
Alle Richtlinienverfahren sind bei den häufigen Erkrankungen wie Depressionen und Ängsten wirksam. Wichtiger als das Verfahren ist oft, ob die Chemie zwischen dir und dem Therapeuten stimmt.
Nimm dein Gefühl in den ersten Gesprächen ernst. Wenn du dich nach zwei, drei Stunden nicht verstanden fühlst, darfst du wechseln. Dafür sind diese ersten Stunden da.
Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. In einer akuten Krise erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111. Im Notfall wähle 112.