Das Kuckucksmodell
Wenn wir Eigenes in fremde Nester legen.
Von Dr. med. Georg Hünig · Stand
Warum der Kuckuck fremde Nester braucht
Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester. Nicht, weil er faul ist. Sondern weil er nicht weiß, wie man ein Nest baut, wie man brütet, wie man füttert.
Der Wirtsvogel nimmt das fremde Ei an. Und wenn das Kuckuckskind geschlüpft ist, lässt er sich ganz und gar von ihm in Beschlag nehmen.
Seelische Kuckuckseier
Manche Menschen machen es ähnlich. Sie haben seelische Impulse in sich, die sie selbst nicht versorgen können – weil sie nie gelernt haben, wie das geht. Diese Impulse legen sie in das seelische Nest eines anderen Menschen.
Das geschieht nicht absichtlich und nicht berechnend. Meistens merken es beide nicht.
Wenn der andere es ausbrütet
Wie der Wirtsvogel identifiziert sich die Zielperson mit dem zugesteckten Impuls. Sie fühlt ihn, als wäre es ihr eigener – und lebt ihn aus. Das führt zu verwickelten Situationen, die von außen kaum zu verstehen sind.
Das Kuckucksmodell hilft zu erkennen, welches Ei eigentlich wem gehört. Erst dann kann jeder für das sorgen, was wirklich seins ist.
Ausführlich beschrieben – in Fach- und in Alltagssprache – im Buch „Modelle in der Psychotherapie“. Diese Seite ersetzt keine Beratung oder Behandlung.