Bergmodell

Pyramide steht Kopf

Wir stehen auf den Schultern unserer inneren Kinder.

Von Dr. med. Georg Hünig · Stand

Eine Pyramide, die immer auf dem Kopf steht

Wenn ich dieses Modell zeige, stelle ich die Pyramide auf ihre Spitze. So steht sie bei jedem von uns – immer. Oben, auf der breiten Fläche, steht der Erwachsene. Getragen wird er von unten: von seinen inneren Kindern.

Wir stehen als Erwachsene auf den Schultern unserer inneren Kinder. Sind sie gut versorgt, steht das Ganze stabil. Wackeln die inneren Kinder, wackelt alles, was darauf steht.

Die Trennscheibe

Viele Erwachsene fühlen sich da oben ganz wohl. Sie funktionieren, haben ihr Leben im Griff, fühlen sich manchmal sogar richtig toll. Was sie nicht sehen: Zwischen ihnen und ihren inneren Kindern liegt eine Trennscheibe.

Diese Scheibe verhindert, dass der Erwachsene spürt, was unten los ist. Und sie verhindert, dass er sich selbst um seine inneren Kinder kümmern kann.

Versorgung über Bande

Die Bedürfnisse der inneren Kinder verschwinden dadurch nicht. Also sucht sich der Erwachsene jemand anderen, der sich um sie kümmert – über Bande: „Ich gebe dir ganz viel, damit du dich um mein inneres Kind kümmerst.“

Das trifft den Partner, die Freundin, manchmal die eigenen Kinder. Eine Art Babysitter-Flatrate. Nur: Die anderen können es nie gut genug. Sie haben selbst innere Kinder, die versorgt werden wollen. Dann wird aufgerechnet, einer fühlt sich zu kurz gekommen – und es gibt Streit.

Selbst für die inneren Kinder sorgen

Der Weg führt nach unten, nicht nach außen. Wer die Trennscheibe durchlässiger macht und selbst für seine inneren Kinder sorgt, steht stabiler. Und er entlastet seine Beziehungen. Erstaunlich oft werden sie dadurch nicht kühler, sondern wärmer – weil keiner mehr etwas leisten muss, was er nicht leisten kann.

Ausführlich beschrieben – in Fach- und in Alltagssprache – im Buch „Modelle in der Psychotherapie“. Diese Seite ersetzt keine Beratung oder Behandlung.

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