Bergmodell

Das Scheibenmodell

Unbewusste Spielchen in Beziehungen.

Von Dr. med. Georg Hünig · Stand

Zwei Seiten in jedem Menschen

In jedem von uns gibt es den Wunsch, versorgt zu werden. Und den Wunsch, für andere zu sorgen. Wer gesund aufgewachsen ist, kann beides – mal das eine, mal das andere.

In Beziehungen beobachte ich aber oft etwas anderes: Zwei Menschen verteilen diese Seiten unter sich. Einer übernimmt nur noch das Geben, der andere nur noch das Nehmen.

Was ich an mir nicht mag, findet beim anderen Platz

Das geschieht nicht aus Berechnung. Es ist ein unbewusstes Spiel. Was ich an mir selbst nicht mag – meine Bedürftigkeit zum Beispiel –, bringe ich beim Partner unter. Dort kann ich es dann versorgen. Oder kritisieren.

Eine Zeit lang funktioniert das. Auf Dauer fühlt sich der Gebende ausgenutzt und der Nehmende bevormundet. Dann gibt es Streit, und keiner versteht, worüber eigentlich.

Die eigene Hälfte zurückholen

Das Scheibenmodell macht sichtbar, wer welchen Teil trägt. Der Ausweg liegt darin, dass jeder seine abgegebene Hälfte wieder zu sich nimmt. Wer immer nur gibt, darf lernen zu nehmen. Und umgekehrt.

Ausführlich beschrieben – in Fach- und in Alltagssprache – im Buch „Modelle in der Psychotherapie“. Diese Seite ersetzt keine Beratung oder Behandlung.

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